Dienstag, 10. Januar 2017

Das Studium mit Kind

Natürlich habe ich mir als Jugendliche nicht vorgestellt, während des Studiums schon Mutter zu werden. Nicht, dass ich ungewollt Mutter geworden wäre. Das war schon so geplant. Und ich wollte auch immer mit 24 Mutter werden. Ich hatte mir nur einfach nie Gedanken darüber gemacht, was ich wohl daneben gerade tun würde. Ich habe mich mir immer nur als MUTTER vorgestellt. Und sonst einfach gar nichts.

Als meine beste Freundin dann während des Studiums mit 21 schwanger und Mutter wurde, und ich immer wieder beobachten konnte, wie gut das funktionieren konnte, war ich begeistert von der Idee, auch noch zu studieren, wenn ich Mutter würde. Da damals noch der Mann dazu fehlte, besorgte ich mir eben einen untergeordneten zweiten Lebenstraum, um mich womöglich darüber hinweg zu trösten, falls der Traum "bis 24, während des Studiums ein Baby bekommen" nicht funktionieren sollte. Der muss nun wohl noch warten, bis meine Kinder aus dem Haus sind (ich wollte einmal um die ganze Welt reisen. Aber ganz ehrlich? Ich bin nicht mal traurig darum. Einige Länder kann man ja auch mit Kindern schon gut bereisen ;))

So nahm ich im letzten Frühjahr ein Urlaubssemester und im Oktober ging es schon wieder los.
Dank meiner wunderbaren Schwiegereltern, die ganz in der Nähe wohnen und mich immer sehr unterstützen, und der Arbeit meines Mannes, die ihm erlaubt einen Tag in der Woche von zu Hause zu arbeiten, konnte ich auch tatsächlich schon wieder mit 7 Kursen dieses Semester einsteigen.
Was soll ich sagen. Ich liebe es, mir die Zeit als Studentin zu gönnen. Einfach mal 11 Stunden in der Woche nur "Hannah" und nicht "Mama" sein zu können ist einfach wunderbar.
Und ich bin mir sicher, dass ich mir die Zeit für mich niemals nehmen würde, wenn ich NICHT an die Uni gehen würde.
Allerdings seine "Freizeit" mit einem Fulltime Job zu füllen ist auch anstrengend.
Und doch finde ich, dass es das Beste für Mutter und Kind ist, während des Studiums schon ein Baby zu bekommen. Denn in welchem anderen Job ist man in der Lage, einen Vollzeitjob zu machen, den man sich auf 1,5 Tage in der Woche Abwesenheit von zu Hause einteilen kann? Etwas Familienfreundlicheres gibt es wohl gar nicht!

Doch das eigentliche Problem an der Sache ist, dass ich von Natur aus ein absolut fauler Charakter bin.
Ich könnte natürlich ab und an lernen, während mein Kind im Wohnzimmer auf dem Boden sitzt und mit seiner Rassel oder den Bauklötzchen spielt. Und natürlich jederzeit, wenn er ein Nickerchen hält (mindestens eine Stunde am Tag). Oder abends, wenn meine Mann daheim ist, und mit dem Kleinen spielt. Oder wenn Raphael im Bett ist. Aber ich spiele eben viel zu gerne mit meinem Kind. Und ich habe immer Sorge, etwas zu verpassen, wenn meine Männer alleine spielen. Und wenn mein Kind im Bett ist, ist das eben auch die einzige Zeit am Tag, die ich mit meinem Mann alleine habe. Da ist die Versuchung groß, zusammen ein Spiel zu spielen, einen Film zu sehen oder einfach zusammen auf dem Sofa zu schmusen, und sich in einem Gespräch über Gott und die Welt zu verlieren.
Insofern kommt das Eigenstudium, was eben doch einen Großteil meines Studiums ausmacht, eindeutig zu kurz.
Und die Zeit während des Mittagsschlafs? Naja.... Irgendwann will auch der Abwasch erledigt werden, das Bad geputzt oder die Böden gefegt.
Aprospos, mein Kind geht gerade in die Badewanne. Ich muss dann mal weg!!!
Schönen Abend!

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